Heilige Nacht, du kühlst mit leisem Fittig
Jede versengte Wange, trocknest jede
Thränende Wimper, lullst in süssen Frieden
Jeglichen Jammer.
Fächl', o gewünschte Nacht, auch Ihre Wangen,
Schleuss ihr die seidnen Wimper freundlich
lullend;
Lispel' in süssem ahnungreichem Traum ihr
Schmeichelnde Tröstung,
Dass sie des Trostes froh im Schlafe lächle,
Lächelnd die seidnen Wimper wieder öffne,
Schöner erröthend, als des jungen Morgens
Züchtige Schimmer — —
Heilige Nacht, mit deinem Rabenfittig
Fächel' auch mir die mattgesengte Schläffe,
Tauch' in des Schlummers Lethe dieses
Herzens
Lechzende Sehnsucht.
Oder umgaukle, Fantasus, mich tröstend.
Wiege mich ein in ihre Feenarme,
Lass auf dem Schwanenflaum des edlen Busens
Nieder mich schlummern.
Schlummern zu dürfen, ach, in ihren Armen,
Opferten Könige gern die Diademe,
Gerne der Held sein Schwert, der Dichter gerne
Leyer und Lorbeer — —
Heilige Nacht, du linderst jeden Kummer,
Kräftigest jeden Nerv, stählst jeden Muskel.
Sey denn, Gewünschte, auch dem frommen
Fleher
Hold und gewärtig!