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1758–1818

An die Nacht.

Gotthard Ludwig Kosegarten

Heilige Nacht, du kühlst mit leisem Fittig Jede versengte Wange, trocknest jede Thränende Wimper, lullst in süssen Frieden Jeglichen Jammer.

Fächl', o gewünschte Nacht, auch Ihre Wangen, Schleuss ihr die seidnen Wimper freundlich lullend; Lispel' in süssem ahnungreichem Traum ihr

Schmeichelnde Tröstung, Dass sie des Trostes froh im Schlafe lächle, Lächelnd die seidnen Wimper wieder öffne, Schöner erröthend, als des jungen Morgens

Züchtige Schimmer — — Heilige Nacht, mit deinem Rabenfittig Fächel' auch mir die mattgesengte Schläffe, Tauch' in des Schlummers Lethe dieses

Herzens Lechzende Sehnsucht. Oder umgaukle, Fantasus, mich tröstend. Wiege mich ein in ihre Feenarme,

Lass auf dem Schwanenflaum des edlen Busens Nieder mich schlummern. Schlummern zu dürfen, ach, in ihren Armen, Opferten Könige gern die Diademe,

Gerne der Held sein Schwert, der Dichter gerne Leyer und Lorbeer — — Heilige Nacht, du linderst jeden Kummer, Kräftigest jeden Nerv, stählst jeden Muskel.

Sey denn, Gewünschte, auch dem frommen Fleher Hold und gewärtig!

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An die Nacht. · Gotthard Ludwig Kosegarten · Poetry Cove