Woher, o namenloses Sehnen,
Das den beklemmten Busen presst?
Woher, ihr bittersüssen Thränen,
Die ihr das Auge dämmernd nässt?
O Abendroth, o Mondenblitz,
Flimmt blasser um den Lindensitz!
Es säuselt in dem Laub der Linde;
Es flistert im Akazienstrauch.
Mir schmeichelt süss, mir schmeichelt linde
Des grauen Abends lauer Hauch.
Es spricht um mich, wie Geistergruss;
Es weht mich an, wie Engelkuss.
Es glänzt, es glänzt im Nachtgefilde.
Der Linde graue Scheitel bebt —
Verklärte himmlische Gebilde,
Seyd ihr es, die ihr mich umschwebt?
Ich fühle eures Athems Kuss,
O Julie! o Emilius!
Bleibt, Sel'ge, bleibt in eurem Eden!
Des Lebens Hauch bläst schwer und schwül
Durch stumme leichenvolle Öden.
Elisium ist mild und kühl.
Elisium ist wonnevoll —
Fahrt wohl, ihr Trauten! fahret wohl!