Jtzo stieg über die Cedernwälder der Morgen her- unter. Jesus erhub sich, ihn sahn in der Sonne die See- Als sie ihn sahn, da sangen zwo Seelen so gegeneinan- Adams Seele, mit ihr die Seele der göttlichen Eva:
Schönster der Tage, du sollst vor allen künftigen Tagen Festlich und heilig uns seyn, dich soll vor deinen Gefähr- Kehrst du wieder zurück, die Seele des Menschen der Se- Und der Cherub, beym Aufgang und Untergange, begrüssen.
Steigst du zur Erden herab; verbreiten dich Orione Durch die Himmel; und gehst du beym Throne der Herr- Heilig hervor, so wollen wir dir in feyrendem Aufzug Jauchzend mit Hallelujagesängen entgegen segnen!
Dir, unsterblicher Tag, der du unsern getrösteten Augen Gott, den Meßias, auf Erden in seiner Erniedrung Wie er so schön ist! O, unser Meßias in menschlicher Wie sich in seinem erhabenen Ansehn die Gottheit ent-
Selig bist du und heilig, die du den Meßias gebarest, Seliger als Eva, die Mutter der Menschen. Unzählbar Sind zwar die Söhne von ihr, doch zugleich unzählbare Aber du hast einen, nur einen göttlichen Menschen
Einen gerechten, ach einen unschuldigen theuren Meßias Einen Sohn GOttes, unsterbliche Tochter der Erde, ge- Zärtlich mit irrendem Blick seh ich zur Erden hernieder, Dich, Paradieß, dich seh ich nicht mehr. Du bist in den
Weggeschwemmt, in Wassern der allgegenwärtigen Sünd- Deiner erhabnen umschattenden Cedern, die GOttes Deiner friedsamen Lauben, der jungen Tugend Behausung, Hat kein Sturmwind, kein Donner, kein Todesengel ge-
Bethlehem, wo ihn Maria gebar, und ihn brünstig um- Sey du mir mein Eden; du Brunnen Davids, die Quelle, Wo ich göttlich erschaffen zuerst mich sahe, du Hütte, Wo er weinte, sey du mir die Laube der ersten Unschuld!
Ach hätt ich dich in Eden geboren, du Göttlicher! hätt ich Gleich nach vollbrachter entsetzlichen That dich, Sohn, Siehe, so wär ich mit dir zu meinem Richter gegangen; Da, wo er stand, wo unter ihm Eden zum Grabe sich
Wo der Erkentnisse Baum mir fürchterlich rauschte, wo Seiner Donner den Fluch uns und der Erde zuriefen, Wo ich im bangen Erdbeben dahin sank, und sterben wollte, Da wär ich zu ihm gegangen; dich, Sohn, hätt ich wei-
Und an mein Herze gedrückt, und gesagt: Ach zürne Zürne nicht mehr, ich habe den Mann Jehova geboren! Heilig bist du, und anbetenswürdig und ewig, o Er- Der du dir deinen göttlichen Sohn von Ewigkeit zeug-
Und ihn, nach deinem Bilde gezeugt, zum Erlöser der Meines von mir beweinten Geschlechts, erbarmend er- Gott hat meine Thränen gesehen; ihr habt sie gesehen, Seraphim, und sie gezählt; auch ihr, ihr Seelen der Tod-
Seelen meines entschlafnen Geschlechts, habt sie alle ge- Wärest du nicht, o Messias, gewesen, die ewige Ruhe Hätte mir selbst traurig, und ungenießbar geschienen. Aber in deinem göttlichen Umgang, von deiner Erbar-
Stifter des ewigen Bundes, sanft überschattet, da lernt Selbst in zärtlicher Wehmuth mehr Seligkeiten empfin- Und nun trägst du sein Bild, das Bild des sterblichen Gottmensch Erlöser, dich beten wir an! Vollende dein
Das du für uns, unsterblicher GOtt, zu vollenden her- Mache die Erde bald neu, die du zu verneuen beschlossest, Dein und unser Geburtsland. Komm bald gen Himmel Komm, sey gegrüsset in deinen Erbarmungen, GOttmensch
Also ertönte mit mächtigem Klang die Stimme der Durch die Gewölbe der englischen Burg. Der Messias Fern in der Tiefe. Wie mitten in dichtrischen Einsied- In zukünftige Folgen vertieft, prophetische Weisen
Dich von fern, sanftwandelnde Stimme des Ewigen, hö- Jesus gieng den Oelberg hinab. An der Mitte des Oel- Stand ein Palmbaum auf niedrigen Hügeln vor allen er- Von leichtschimmernden Wolken des Morgennebels um-
Unter dem Palmbaum vernahm der Messias den Schutz- Raphael ist sein Name, der ihn hier betend verehrte. Liebliche Winde zerflossen vom Oelbaum, und trugen die Die sonst kein Geschöpfe nicht hörten, zum Mittler her-
Raphael komm, rief ihn der Messias mit freundlichem Wandle mir hier ungesehen zur Seite. Wie hast du die Unsers lieben Johannes unschuldige Seele bewachet? Was für Gedanken, die deinen Gedanken, o Raphael,
Hatte sie? Wo ist er itzt? Ich bewacht ihn, sagte der Se- Wie man die Erstlinge deiner Erwählten, o Mittler, be- Seinen eröffneten Geist umschatteten heilige Träume, Träume von dir. O hättest du ihn da schlummern gesehen,
Als er dich, Göttlicher, sah! Ein heiliges Frühlingslä- Füllte sein Antlitz. Dein Seraph hat auch in Edens Ge- Adam gesehn, da er schlief, und das Bild der werdenden Und des bauenden Schöpfers vor seine Gedanken herab-
Aber so schön war er nicht, wie dein göttlicher Jünger Jo- Doch itzt ist er dort unten in traurigen nächtlichen Grä- Und klagt einen besessenen Mann, der im Staube der Fürchterlich bleich, wie ein bebend Gerippe, hinausge-
Jesus, du soltest ihn sehn, du soltest den zärtlichen Jünger Neben ihm voller mitleidigen Kummers und Wehmuth Wie ihm vor Menschenliebe sein Herz erbarmend zerflies- Wie er erbebt. Mir selbst drang eine wehmüthige Thräne
Zitternd ins Auge. Da wandt ich mich weg. Das Leiden Die du zur Ewigkeit schufst, ist mir stets durch die Seele Raphael schwieg. Das Auge des Mittlers sah zürnend Grosser Vater, erhöre mich itzt. Der Menschenfeind werde
Deinen Gerichten ein ewiges Opfer, das jauchzend der Das voll Bestürzung und Schand und Schmach die Hölle Also sagt er, und näherte sich den Gräbern der Todten. Unten am mitternächtlichen Oelberge waren die Gräber
In zusammengebirgte zerrüttete Felsen gehauen. Dick und finster verwachsene Wälder verwahrten den Ein- Vor dem Blicke des fliehenden Wandrers. Ein trauriger Stieg, wenn über Jerusalem schon der Mittag sich senkte,
Zu den Gräbern noch dämmernd mit kühlem Schauer hin- Samma, so hieß der besessene Mann, lag neben dem Seines jüngsten geliebtesten Sohns in kläglicher Ohn- Satan ließ ihm die Ruh, ihn desto ergrimmter zu quälen.
Hier lag er bey den Gebeinen des Knabens in Moder und Neben ihm stand sein anderer Sohn, und weinte zu GOtt Jenen verstorbenen, welchen der Vater und Bruder be- Hatte vordem die zu zärtliche Mutter, durch Flehen erwei-
Mit in die Gräber zum Vater hinab gebracht, welchen der Ungestüm und voll grimmiger Wut bey den Todten her- Ach mein Vater! so rief der kleine geliebte Benoni, Und entfloh den Armen der Mutter, die ängstlich ihm nach-
Ach mein Vater, umarme mich doch! und hielt seine Drückte sie an sein Herz. Der Vater umfaßt ihn, und bebte Da nun der Knabe mit kindlicher Inbrunst ihn zärtlich Da er mit stillem liebkosenden Lächeln ihn jugendlich an-
Warf ihn der Vater an einen entgegenstehenden Felsen, Daß sein zartes Gehirn an blutigen Steinen herabrann, Und die unschuldige Seele, mit leisem Röcheln, entflohe. Nunmehr klagt er ihn trostlos, und faßt das kalte Behält-
Seiner Gebeine mit sterbendem Arm. Mein Sohn, ach Ach Benoni, mein Sohn! so sagt er, und jammernde Stürzen vom Auge, das bricht und langsam starrend Also lag er und ängstete sich, da der Mittler hinabkam.
Joel, der andere Sohn, verwandte sein thränendes Ant- Von dem Vater, und sah den Messias im Grabmal daher- Ach! mein Vater, erhub er voll froher Verwundrung die Jesus der grosse Prophet, kömmt in die Gräber hernie-
Satan hört es, und sahe bestürzt durch die Oeffnung des Also sehn Gottesleugner, der Pöbel, aus düstern Ge- Wenn das hohe Gewitter am donnernden Himmel herauf- Und der Rache gefürchtete Wagen in Wolken sich wälzen.
Satan hatte bisher nur Samma von ferne gepeinigt, Aus den tiefsten entlegensten Enden des nächtlichen Grab- Sandt er langsame Plagen hervor. Jtzt erhub er sich Rüstete sich mit Todesschrecken, und stürzt auf Samma.
Samma sprang auf, dann fiel er von neuem ohnmächtig dar- Seine dem Tode noch kaum entgegenringende Seele Trieb ihn, von dem mördrischen Feind zur Verzweiflung Felsen an. Hier wolt ihn vor deinen göttlichen Au-
Grosser Messias, der Satan am schroffen Felsen zer- Doch du warest schon da, und deine voreilende Gnade Trug dein verlassnes Geschöpf auf treuen allmächtigen Flü- Daß er nicht sank. Da ergrimmte der Geist des Men-
Und erbebte. Die kommende Gottheit erschreckt ihn von Indem richtete JEsus sein helfendes Antlitz auf Sam- Eine belebende göttliche Kraft, mit dem Blicke verein- Gieng von ihm aus. Da erkannte der arme verlassene
Seinen Erlöser. Ins bleiche schon halbverweste Gesichte Kam die Menschheit zurück, er schrie, und weinte gen Jtzt wollt er reden, allein kaum kont er von Freuden Bebend stammeln. Doch breitet er sich mit sehnlichen
Nach dem Ewigen aus, und sah mit getrösteten Augen, Voll von Entzückung, nach ihm von seinem Felsen herun- Wie die Seele trübsinniger Weisen, die, in sich gekehret, An der Unsterblichkeit ihrer zukünftigen Dauer verzwei-
Innerlich bebt; der Ewigen schauert vor ihrer Zernich- Aber itzt nahet sich ihr der weisern Freundinnen eine, Jhrer Unsterblichkeit sicher, und stolz auf GOttes Ver- Kömmt sie zu ihr mit tröstendem Blick. Die trübe Ver-
Heitert sich auf, und windet mit Macht von jammerndem Ungestüm freudig sich los; nun jauchzt die ewige segnend, Wie im Triumph, über ihrer verneuten unsterblichen Also empfand der besessene Mann die Beruhigung GOt-
Und drauf sprach der Messias mit mächtiger Stimme zu Geist des Verderbens, wer bist du, der du vor meinem Dies zur Erlösung erwählte Geschlecht, die Menschen, so Ich bin Satan, antwortet ein zorniges tiefes Gebrülle,
König der Welt, die oberste Gottheit unsclavischer Gei- Die mein Ansehn zu etwas erhabnerm, als zu den Ge- Himmlischer Sänger bestimmt hat. Dein Ruf, o sterb- Dieser dein Ruf drang, wer du auch bist, zur untersten
Selbst ich verließ sie, sey stolz auf deines Königs Bemü- Dich von himmlischen Sclaven verkündigten Heiland, zu Doch du wurdest ein Mensch, ein götterträumender Se- Wie die, welche mein mächtiger Tod in die Erde begra-
Darum gab ich nicht Acht, was die ueuen Unsterblichen Doch nicht müßig zu seyn, so plagt ich, das hast du gese- Deine Geliebten, die Menschen. Da sieh des Todes Ge- Meine Geschöpf, auf diesem Gesicht! Jtzt eil ich zur Hölle.
Unter mir soll mein allmächtiger Fuß das Meer und die Mir anständige Wege zu bahnen, gewaltsam verwüsten. Dann soll die Höll im Triumph mein königlich Angesicht Willst du was thun, so thu es alsdann. Ich kehre zu-
Hier auf der Welt mein erobertes Reich, als König, zu Unterdeß stirb noch, Verlassner, vor mir! So sagt er, und Stürmend auf Samma. Allein des ruhigschweigenden Stille verborgne Gewalt kam, gleich der Allmacht des
Wenn er Welten geheim und still den Untergang zuwinckt, Satan im Zorne zuvor; er floh, und vergaß im Entflie- Unter allmächtigem Fusse das Meer und die Erde zu Unterdeß stieg Samma von seinem Felsen hernieder.
Also entfloh vom hohen Euphrates Nebucadnezar, Da ihm der Rathschluß der heiligen Wächter die mensch- Wiederum gab, und ihn zum Anschaun des Himmels er- Gottes Schrecknisse gingen nicht mehr, mit dem Rau-
Vor ihm in dunklen sinaischen Donnerwettern vorüber. Nebucadnezar kam auf die stolzen Höhen zu Babel, Nicht mehr als GOtt; er lag, von da gen Himmel ver- Dankbar im Staube gebeugt, den Ewigern anzubeten.
Also kam Samma zu JEsu herab, und fiel vor ihm nieder! Darf ich dir folgen, du heiliger Mann? ach laß mich mein Das du mir wieder geschenkt, bey dir, Mann GOttes, Also sagt er, und schlung sich mit brünstigen zitternden
Um den Erlöser, der ihm, mit menschenfreundlichen Dieses erwiederte: Folge mir nicht, doch verweile dich Mehr als sonst um Golgathas Hügel, da wirst du die Abrahams und der Propheten mit deinen Augen erbli-
Indem JEsus zu Samma so sprach, da wandte sich Zu Johannes, und sagte zu ihm, mit schüchterner Un- Ach du lieber Mann, führe du mich zum grossen Propheten, Daß er mich höre, du kennest ihn ja. Der zärtliche
Nahm ihn, und führt ihn zu JEsu, da sagt er in seiner
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