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1724–1803

Friedrich der Fünfte, an Bernstorf, und Moltke.

Friedrich Gottlieb Klopstock

Eingehüllet in Nacht, jetzt, da die beeisten Gebirge, Und der einsame Wald Stumm und menschenlos ruhn, jetzt eil’ ich, geflügel- Meine Gedanken euch zu,

Würdige Freunde des Besten der Könige! Leiseren Lautes Sang ihn mein furchtsames Lied; Aber euch sag’ ich sie ganz des vollen Herzens Em- Wie das Herz sie empfand,

Ohne des Zweifels versuchenden Ton; so offen ich sage, Daß dem Sieger bey Sorr Julianus zum Muster zu klein, und, ein Christ zu Würdig Friederich ist.

Aber das ist ein Gedanke voll Nacht: Er wird es nicht Da sein Freund ihm entschlief, Und, entflohen dem Labyrinthe, gewiß war, es herrsche Jesus! und richte die Welt!

Blieb der lächelnde König sich gleich. Zwar weinte Um den Freund, der ihm starb! Oft, da dem Todten sein Moos schon begann, ging Frie- Ohne Zeugen zu seyn.

Ernste Muse, verlaß den wehmuthsvollen Gedanken, Der dich traurig vertieft, Wecke zu Silbertönen die Leyer, die frohere, wenn sie, Scandinaviens Stolz,

Auch der Deutschen, besingt. Der nennt der Mensch- Welcher Friederich nennt! Völker werden ihn einst, den Liebenswürdigen, nennen, Und der denkende Mann

Wird mit richtendem Blick sein schönes Leben betrachten, Keinen finden, wie ihn! Dann wird, jenen furchtbaren Tag, den die Muse Jetzo stammelnd besingt,

Wenn im Tempel der Ehre die Lorbeern alle ver- Und kein Ruhm mehr beschützt, Ach den Tag wird dann der sanften Menschlichkeit Wie ihr Leben einst war!

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