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1778

Die Ankläger

Friedrich Gottlieb Klopstock

Über alles Zornentflammende raget es hoch empor, Welches ich sah, und nach dess Anblick Ich kaum entronnen bin Zu werden ein Menschenfeind.

Verderber ist er der Menschenhass Dem, welcher durch ihn vergramt; Und dem, den er trift, Fürchterlich, fürchterlich!

Er ist es, der immer Greuel Meiner ganzen Seele war: Und dennoch bin ich kaum Dem Ungeheuer entflohn.

Denn ihr wüthet einher, klaget an, Vor euch selbst, Dess Vorsehung, Fällt Endurtheil über Den, Welcher die Orione,

Des Leun Herz, die hohe Wagschaal, Den Adler, die Urne, den Lichtaltar, Die Ros' in dem Kranz', auch unsre Rose Gemacht hat, bevölkert hat!

Denn ihr andern kriechet einher, vertheidiget, Vor jener Gericht, Dess Vorsehung, Den, der gemacht hat Die Sterne des leuchtenden Pfades, bevölkert hat!

Vertheidigt? ha, ihr entschuldigt! Mit schwachen Gründen, oder, mit thörichten, Mit Dingen, die ihr in der Wirklichkeiten Reih Hineinlügt, entschuldigt ihr.

Auch vor euch mag ich Seinen Namen nicht nennen! Des tiefen Untersuchers Geist, der Ihn Niemals anders, als, mit feyrlichem Ernst In sich versenkt,

Als, nach frommen Schweigen, Als mit entblösstem Haupt', aussprach, Der grosse Todte möchte mir erscheinen, Und der Nennung mich zeihn.

Einer Meinung glühendes Bild Schwebt mir, (o wäre sie Wahn!) vor der Stirn; Und nur wenige Zweifel Widersprechen ihr laut.

Sollten Seelen, Die (wendet euch, hört mich nicht!) Gott Anklagen, richten, entschuldigen, Diese Seelen unsterblich seyn?

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