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1724–1803

An Bodmer.

Friedrich Gottlieb Klopstock

Der die Schickungen lenkt, heisset den frömmsten Mancher Seligkeit goldnes Bild Oft verwehen, und ruft da Labyrinth hervor, Wo ein Sterblicher gehen will.

In die Fernen hinaus sieht, der Unendlichkeit Uns unsichtbaren Schauplatz, Gott! Ach, sie finden sich nicht, die für einander doch, Und zur Liebe geschäffen sind.

Jetzo trennet die Nacht fernerer Himmel sie, Jetzo lange Jahrhunderte. Niemals sah dich mein Blick, Sokrates-Addison, Niemals lehrte dein Mund mich selbst.

Niemals lächelte mir Singer, der Lebenden Und der Todten Gesellerinn. Auch dich werd ich nicht sehn, der du in jener Zeit, Wenn ich lange gestorben bin,

Für mein Herze gemacht, und mir der ähnlichste, Nach mir einmal auch seufzen wirst, Auch dich werd ich nicht sehn, wie du dein Leben lebst, Werd ich einst nicht dein Genius.

Also ordnet es Gott, der in die Fernen sieht, Tiefer hin ins Unendliche! Oft erfüllet er auch, was das erzitternde Volle Herz kaum zu wünschen wagt.

Wie von Träumen erwacht, sehn wir dann unser Glück, Sehns mit Augen, und glaubens kaum. Dieses Glücke ward mir, als ich das erstemal Bodmers Armen entgegen kam.

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