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VberreichungsschrifftFußnoten

Johann Klaj

Ihr grossen Vätter nemt nemt hin diß mein Gedichte Ach nemet es doch an mit gnädigem Gesichte Was meine Clio nechst gespielt zur Osterzeit In eurer Gegenwart mit schlechter Liebligkeit.

Nun lesetwenn ihr legt die grossen Sorgen nieder Für diese grosse Stadt ihr Vätter meine Lieder Die ich zu Gottes Lob und eurer Lust gemacht Ohn allen Wörterschein ohn alle Rednerpracht.

Es hat euch ie und ie von Hertzen wolgefallen Der edlen Künste Kunst die Poësi vor allen Diß weiset Celtes auß der bey den Sternen steht und wie sein Friederich in grünen Lorbeern geht

Auch Eoban dem ihr viel gutes habt erwiesen Weil in der Römerzung er eure Stadt gepriesen. Der Römer der ihm hat bißher sehr viel getraut Ist gegen Teutsch ein Wind und Klingel ohne Laut

Seid daß wir aufgewacht der abgeführten Grichen Versüster Verseklang gantz emsig nachgeschlichen und auch der Mutter Rom den Handgrif abgemerkt Der unsrer Sprachen Schmuk nun üm ein mercklichs stärkt.

Jetzt kan ein teutscher Mann sich rechtbehutsam schützen Den Feind zu rükke haltn mit seiner Spracheblitzen Er gehet der Natur in allen Dingen nach Er donnert sauset braust er rauschet gleich dem Bach

Der Lerchen hört er ab ihr Tiretireliren Den Wassern ihr Gesäust und murmelndes Spatziren Er rasselt prasselt brült wie wann der Donner brumt und bey gewölkter Nacht der Winde Stürmen sumt

Daß Wild und Wald erstaunt. Wie Berge Feuer streuen Bepichen Laub und Gras heissiedend Hartz außspeien Spricht ietzt ein teutscher Mund mit schönen Reden auß Parnassus ist nun teutsch der Musen Sommerhauß.

Nun wol so lieber den ihr alten teutschen Helden Der in der Mutterzung wil euren Ruhm vermelden und euer Nürenbergdie Lust und Zier der Welt In welcher Kunst und Witzin welcher Gold und Geld

Wil in das Sternenbuch mit güldner Dinte schreiben Daß es die Nachwelt liest und ewig muß bekleiben. Den Marmel frist die Zeit Stahl rostet und wird alt Das Gold wird wieder Koht Holtz brent und faulet bald

Nur ein Poët verbleibt und seine Lust die Bücher Sind für dem Vntergang mit ihrem Vatter sicher und pochen Zeit und Tod. Gott kröne diese Stadt In welcher Gottesfurcht die Oberstelle hat

Zunechst Gerechtigkeit; wie der von Brennus Stamme Der grosse Scaliger der Wissenschafften Flamme Sagt: Als Astrea ließ das Gottvergesne Land Hat sie auf ewig sich nach Nürenberg gewand.

Hier wohnt der Landsknecht Gott und auch die Pierinnen Verdoppelt Lorbeerlaub bekräntzet jhre Zinnen Des Febus und deß Mars. Ich habe viel gelesn Es sey der Musen Berg zweyhügelig gewesn

Hier ist er wenn er ist hier Febus selber sitzet Vom klugen Altdorf wird Parnassus zugespitzet. Nun lebet allzeit wol in eurer edlen Stadt Dergleichen unser Reich und Teutschland nirgends hat

Vnd du du Friedefürst laß sich den Krieg verziehen Laß unser Feld mit Fruchtmit Zucht die Hertzen blühen Schik uns das Himmelskind den güldnen Friede zu Erhalte diese Stadt und uns in stoltzer Ruh.

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