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Vberreichungsschrifft

Johann Klaj

So geht es in der Welt die Zeit in sich verbunden Hat alle hundert Jahr ein neues Werk erfunden Die Welt jemehr sie graut jemehr sie sinnet auß Es saget der Magnet wo unser Fichtenhauß

Hinläufft wenn Eolus den Wind auß seinen Hölen Herfür läst daß er kan das tode Meer beseelen Im Fall uns überfält die kohlpechschwartze Nacht Auf der erbosten See daß alles knikt und kracht.

Darnach hat man versucht deß Pulvers Macht genützet Der grossen Stükken Kern Carthaunen loß geblitzet Das eingezwengte Feur schmieß auß das runde Bley Mit sehr ergrimten Zorn riß Roß und Mann entzwey.

Es sind zweyhundert Jahr und viere noch verschwunden Als erst die Künste Kunst durch Himmelsgunst erfunden Deß klugen Faustes Faust der Edle Gutenberg Das Wunder der Natur das schöne Drukkerwerk.

Hernach hat Magellan der Wellen Saltz durchpflüget Vnd in der neuen Welt das arme Volk besieget Geraubt der Erden Mark der Edlensteine Pracht Was Holland Spanien und andre reich gemacht.

Drauf kam Lutherus an der Teutschen Ruhm und Ehre Stekt auf das helle Liecht der reinen Gottes Lehre Ein unbewehrter Mann trotzt die Welt wie er will Erleget Babylon mit einem Federkiel.

Gleich hundert Jahr hernach ist aufgerichtet worden Die hochvertraute Zunfft der Teutschen Helden Orden Durch derer Zuthun jetzt die Teutsche Sprache blüt Wie lautet es so wol wie manches schönes Lied

Schalt jetzund weit und breit bey den berühmten Flüssen Die Elbe höret zu der Rhein muß reiner güssen Wer auß den Bober trinkt (da Opitz war bekand Wo jetzt Apelles sing) schreibt Verse von der Hand.

Die Okker ist gelehrt den Teutschen Ruhm zu preisen Sie rührt der Harfen Zier in jüngsterfundnen Weisen Die Pegnitz stimmet ein die süsse Melodey Bezeugt daß unser Land der Künste Schauplatz sey.

Soll aber dieses Schiff das Gut wol übertragen Muß es ein guter Wind hin in den Hafen jagen Soll die nichthelle Glut recht geben einen Schein So muß sie nach und nach recht aufgeblasen seyn.

Virgil der hätte nicht sein ewigs Buch geschrieben Wenn nicht Augustus ihn mit Lieben angetrieben So hätt es Opitz auch wol nicht so weit gebracht Wenn ihm sein Hannibal nicht hätte Lust gemacht.

Diß wiederfuhr mir auch ich legte neulich nieder Die Laute meine Lust als ihr mir winktet wieder Sung ich so gut ich kunt deß gelben Todes Tod Deß Höllenstürmers Pracht den Trösterin der Noht.

So leset dieser Werk ihr ihr Götter dieser Mauren Ps. 82. v. 6. Last euch die schlechte Müh und edle Zeit nicht dauren Auch liebet den der ietztan eurer Pegnitz singt Sich von der Erdenschaar hin an die Wolkken schwingt

In dem der höchste Gott und der erzürnte Himmel Von Sünden aufgereitzt ein blutiges Getümmel In seinem Vatterland den Armen hat erregt Vnd vierzehn gantzer Jahr auf eine Stelle schlägt.

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