Skip to content
1636

Lobgedicht

Johann Klaj

Stille! was hör ich? Stein-Waldbeseelende Lieder; Kömt auch wol Orfeus von dem Elyser Feld wieder? Wie daß er nicht auf Hemus singt? Wie daß er Teutsche Reimen zwingt

Der Sprach und Lands vergessen Die ihn geseugt vordessen? Weil daß in ihm der Bunzlerschwan etwa gereist Den Götterkost vermenschet hat lang schon gespeist?

Tolle Menaden schikken den Thrazer zu Schatten Opitzens Geist wird nimmer nicht Teutsches begatten. Wer ist dann der so zierlich singt? Wer ist der solche Sätze bringt?

Wer bannet von dem Hertzen Die Mutes-fresser Schmertzen. Ein Meisner Schwan vom Meisnischen Hügel sich trug die Pegnitz hemmt sein Wolkenanseglenden Flug

Rhodopeus Lufft- und Felsenruff mürmelt ihm strenger; Proteus ähmt und ähnlet der Pindische Sänger: Der bald in Schäferkleidern singt Der bald auf sieben Röhren klingt

Bald Celtische Witdoden Selbst Witdod rufft von Toden. Vnd bald ein neuer Gottesbot mahlet schön aus Der Götter Wiegen Wolkenreiß Stygierstrauß.

Lässt er nicht jetzt ein Teutscher Eiferer blitzen Teutischen Donner auf die Tyrannen loßsprützen? Fort Persi Orfeus immer singt Fort Pan und Witdod immer klingt

Die Elbe wird euch preisen Die Pegnitz wilkomm heissen. Hier diese Brut die keine der Schwestern geätzt Zu euerm Ruhm ––

der Strebende Floridan setzt.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Lobgedicht · Johann Klaj · Poetry Cove