Kind bethrene nicht die Augen noch das rosenfarbne Kin das durchträncket meinen Sinn Irene mir das Blut aussaugen
Sause liebes Kindelein Eja laß das weinen sein. Schau ich bring dir schöne Kesten von der warmen Kohlenglut
Bieren die wie Wachß vnd Blut angefärbet von dem Westen Sause liebes Kindelein Eja laß das weinen sein.
Schau was ich für Oepffel trage die ich jüngsthin selbst gepfropft selbsten wider abgeropft Da die Sonn trat auf die Wage
Oepfel die kein Wurm zernagt Oepfel die kein Nord geplagt. Schweig! ich hab in meiner Hütten Qwendel Majoran vnd Kohl
Mohn Lavendel Spick und Pohl eingemachte Zuckerqwitten Alles sol es deine sein schweigest du mein Jesulein.
Ich geb acht im Morgenhüten wo der Diftelfincke heckt wo die Grasemücke steckt Wo die Ringeltauben brüten
Schweig ich gebe dir heraus Vater Mutter Kind und Hauß. Gestern hab ich außgegangen ein geschecktes Rehböcklein
Morgen sol es deine sein Morgen wil ichs selber fangen Sause liebes Jesulein Eja laß das weinen sein.
Schweig ich wil mit Himelsschlüsseln Majenblümlein Gartenklee mit den Lilien Silberschnee mit Panengen Nägleinpüscheln
und vergüldter Rosmarin deine Wiegen überziehn. Fort kan keine Bärentatzen überfallen in demm Schlaf
Ein vernunfftberaubtes Schaf noch ein säugend Lamm zerkratzen Habicht Tauben Haß und Hund Pardel Ziegen sind ein Bund.
Keine Rüden dörffen bellen Kein Dieb keinen schaden thut ohne Hirten ohne Hut Eitervolle Lämmer schellen
Nun jhr Schäflein brecht und beist kein Wolf euch zu boden reist. Auff jhr Hirten schneidet Pfeiffen köpfet keinen Weidenstrauß
flechtet keine Hürden drauß Lasset eure Heerden schweiffen biß daß sie die Hitze plagt unter einen Yöisch jagt.
Keine blauen Schlangen zischen Sich verwicklen in den Ring Eisenhüttlein Wütscherling sind verbannet auß den Büschen
Friede güldne zeit verneut güldne zeit verneuet Freud. Balsam tröpftet auß den Rinden Honig rauschet durch den Thal
Zimmer wächset überal auf den Bergen in den Gründen Friede güldne zeit verneut güldne zeit verneuet Freud.
Weg jhr Bauren Pflug und Egen streuet keinen Samen auß füllet euer Garbenhauß Ihr dürfft keine Hand anlegen
Sonder Vnkraut Tresp und Dorn wächset rein und reifes Korn. Leselt kältert füllt die Fässer juch jhr Wintzer habt es gut
selbst gewachsenes Traubenblut Trinckt jhr sonder Karst und Messer Friede güldne zeit verneut güldne zeit verneuet Freud.
Man wird keinen Maulwurf spüren dessen Schantzen Wiesen frist Weitzen der geschöbert ist wird kein Hamster nicht berühren
kein Brand keine blüten sterbt Meelthau keine Saat verderbt. Joche Pflugstertz Waltzen Rechen was zum Ackerwerck erdacht
was das Zugvieh müde macht Alles müsset jhr zerbrechen Friede güldne zeit verneut güldne zeit verneuet Freud.
Auch die Heerd die abgeweidet schwimmend in dem Badeteich Der Waid meng und Sandelreich wird mit Purpur außgekleidet
ja der Ziegenmann der Bock trägt einen bunten Rock. Wie der mit geschelten Stäben was er weiß getrieben auß
schwartzbestriemt gebracht zu Hauß wenn er jhnen Tranck gegeben Sause liebes Kindelein Eja sause schlaf fein ein.
Ach es schlummert einen Schläfer Ach es schleust die Sternlein zu schicket sich zur süssen Ruh Stille stille lauter Schäfer.
Sause liebes Kindelein Eja sause schlaf fein ein.
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