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5. Abendlied

Johann Klaj

Die Sonn hat sich verkrochen der müde Tag ist hin die Nach ist angebrochen die Sorgenlinderin

die Weld hat angeleget jhr düsterschwartzes Kleid kein Baum ist der sich reget in Wäldern weit und breit.

Die liechtbeflammten Sternen das blancke Heer der Nacht die lernen uns von fernen die starcke Vaterwacht

mein Gott mit meiner Zungen hat mein geweckter Geist dich heute früh besungen Dich und dein Lob gepreist.

Jetzt rühmet deine Güte mein Loberfülter Mund auß brünstigem Gemüthe in dieser Abendstund

Dir wil ich Opfer bringen mit diesen schlechten Thon laß mein Gebete dringen durch deinen Wolcken Thron.

Du hast mir zugeschicket der heilgen Wächter Wacht daß mich kein Strick bestricket kein Fall zu fall gebracht

Freud Feinde Neider Hasser kein Mensch hat mich beschwert Lufft Feuer Erde Wasser nichts nichts hat mich gefährt.

Was ich in Ambtsgeschäfften geschafft hast du geschafft Du giebest meinen Kräfften Krafft höchstgefürchte Krafft

Du Weg mein Weg deß Lebens Du meines Heiles Heil Du Segen meines Segens deß Erbes Erbetheil.

Jetzt leg ich mich nun nieder zur angenehmen Ruh jetzt rasten meine Glieder die Fenster fallen zu

Ich lege Händ und Füsse fein Creutzweiß unbetrübt das ist mein Ruheküsse: Also hat Gott die Welt geliebt.

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