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4. Ein Lied von dem himlischen Pelican/ Jesu Christo

Johann Klaj

Entbrenne du mein gantzes Ich Was in mir ist ermuntre sich Vnd dichte feine Weisen: Den Pelican der sich zerritzt

Der seine Brut mit Blut besprützt Soll meine Zunge preisen. Auff! Auff! Eil! lauff!

Ich will leiten Reine Säiten Sonder Zwingen: Gott und Gottes Lob besingen.

Im Fall die Mutter nicht zu Hauß Vnd etwan ist geflogen auß Zu speisen jhre Jungen Sticht die trugvolle Schlangenzucht

Deß frommen Pelicanens Frucht Mit gifftgefülter Zungen Zischet Gischet

Was da lebet Lebt und Webet ümbzubringen; Gott ich will dein Lob besingen.

So wann der alte Schuppenfeind Am Häubte nichts zu schaffen meint Wagt er mit tausend Listen Sich an die Glieder groß und klein

An Adam Even ins gemein An alle fromme Christen Brennet Rennet

Laufft und eifert Speit und geifert Zu verschlingen Die mein Gott dein Lob besingen.

Die Mutter die sich hat verweilt Vnd eilend wider Heimwarts eilt Die komt und muß erbleichen Die Frucht die sie kaum außgeheckt

Die hat der grimme Todt gestreckt Das Nest ligt voller Leichen; Sie zagt Sie klagt

Klagt und wümmert Sich bekümmert Ob den Dingen Gott ich will dein Lob besingen.

Nach dreyer Tagen Trawerzeit Legt sie hinweg das schwartze Kleid Vnd sich nicht ferner quälet Zerhacket jhre zarte Brust

Auß welcher quilt der Lebensmust Der jhre Frucht beseelet Reget Weget

Hebt die Flügel üm die Hügel Sich zu schwingen: Gott ich muß dein Lob besingen.

So hat der nichts als böses stifft Der Teuffel alle Welt vergifft Geführet ins Verderben Wir solten in der Höllenpein.

Verdamte Höllebränder seyn Zwar sterben doch nicht sterben; Sitzen Schwitzen

Ob den Thaten Teuffelsbraten Vns vmbringen: Gott ich will dein Lob besingen.

Wenn Christus nicht das höchste Gut Mit seinem Rosenfarbnen Blut Das unsre Sünde wäschet Deß Teuffels Zorn und Vbermut

Der Höllen Pech und Schwefelglut Am dritten Tag geleschet Mächtig Prächtig

Ihn gebunden Vberwunden In dem Ringen. Gott mein Geist soll dich besingen.

Er Er der trawte Pelican Der nam sich unser trewlich an Die heiligen fünff Brunnen Gegraben an deß Creutzes Stamm

Auß welchem vns das Leben kam Durch sein Blut hergerunnen Regnen Segnen

Sündvergeben: Heil und Leben! Ich muß springen: Gott und Gottes Güte singen.

Vnd wie wann nun der Pelican Für Schwachheit nicht mehr fliegen kan Vnd muß ermattet krancken So machen sich die Kinder auß

Versorgen Eltern Kind und Hauß Vor Leib und Leben dancken Jagen Tragen

Muscheln Fische Zu dem Tische Häuffig bringen. Gott mein Geist soll dich besingen.

So ist mein Gott mein Hertz bereit Auff Psalterspielen allezeit Mein Ehre dich verehret Daß du mich auß der Nächte Nacht

Gesund ans liechte Liecht gebracht Von Wiegen an ernehret Dein Blut Mein Gut

Das mich tauffet Tewr erkauffet Muß erklingen: Gottes Gut und Blut besingen.

Hab danck! hab danck! mein Pelican! Ich geb dir wider was ich kan Mein Leib mein Seel mein Leben Vnd wann es einsten dir gefält

So führ mich auß der Threnen Welt Hin wo die Engel schweben Laß mich Selig

Zu dir kommen Mit den Frommen Vmb dich springen Gott dich ewig zu besingen.

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