Wann der Wolcken Nacht aufsteiget an dem blauen Sternenfeld Vnd deß Wetters Flammen zeiget daß die steinern Eichen spelt
Treibt der Hirt die Schäfelein vor deß Himmels Vnmuth ein sichert sie vor Dampf und Blitzen und der Donnerkeile sprützen.
Das beliebte Volck der Lüffte stelt sein tireliren ein und versteckt sich in die Klüffte daß es möge trucken seyn
auch die Turteltaube schaut wo sie jhr Hauß aufgebaut in der holen Felsen Ritzen vor deß Hagels Zorn zu sitzen.
Ach es hat sich aufgezogen eine dunckeltrübe Nacht es kömpt Pechschwartz hergeflogen durch deß Wolkentreibers Macht
der erzürnte Höchste schilt seiner Stimme Donner brült der erboste Himmel wittert Wild und Wald und alles zittert.
Wol dem der sich hat gefunden wenn es hagelt dampft und blitzt in die Höle der fünf Wunden seines Heylands der jhn schützt
daß jhm weder Sturm noch Flut weder Hagel Dampf noch Glut auch im minsten nicht kan rühren ja das Wetter selbst nicht spüren.
Gleich wie die verwäisten Jungen vor dem Habicht schüchtern seyn wenn ein Raub jhm mißgelungen so verkreucht sich groß vnd klein
in ein stilles Klippendach Er setzt an vnd kan nicht nach fleugt erbittert auff und nieder flattert hungrig hin und wider.
Also ruhet meine Seele weil sie zeitlich eingekehrt in die sanffte Seitenhöle kein Stoßvogel sie gefährt
läst der starcken Schlossenmacht alles splittern daß es kracht und verlacht deß Geyers Magen der sich nicht an sie darf wagen.
Wann von neuen wird bemahlet der hochliecht gestirnte Saal und der Erden Fakkel stralet übergüldet Berg und Thal
kömt das Vöglein wider vor schwingt sein Stimlein schön empor und kan auf viel tausend weisen seines Schöpfers Rettung preisen.
So wann es in meinem Hertzen wider stil und heimlich wird acht ich keiner Furcht und Schmertzen singe klinge daß es schwirt
such ein neues Lied herfür spiel eins auf der Lauten Zier Ich kan keiner Freude missen üm daß ich dem Todt entrissen.
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