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1636

1. Morgenlied/

Johann Klaj

Avf auf mein Geist nim Flügel die frühe Sonne stehet auf! vergüldet Berg und Hügel auf auf nim früh zu Gott den Lauf!

der helle Tag tagt wider sing eine Melodey der schönstversüsten Lieder daß Gott dein Schutz Herr sey

der dich beschirmt für Schaden geführet ein vnd auß auf Flügeln der Genaden dich vnd dein gantzes Hauß.

Der Vogel Chor in Lüfften singt aller Herren Herren an ein jedes Thier in Klüfften lobt Ihn so gut es immer kan

die stralenden Lucernen am schönen Himmelblau Sonn Mond vnd alle Sternen Schnee Schlossen Regen Thau

Frost Sturm Eiß Feuer Hitze Liecht Tunckel Tag und Nacht Wind Wetter Donner Blitze Gewürm was er gemacht.

Das rühmet seinen Schöpffer und du du stimmest nicht mit ein du bist Thon Er der Töpfer Er Himmel du das Sandkörnlein

Er kan und will dich gleiten bekand und unbekand im fahren gehen reiten zu Wasser und zu Land.

Mit neuverjüngten Morgen ist seine Güte neu Er sorget deine Sorgen schützt dich mit treuer Treu.

Durch seine Reichsgenossen die heiligkeusche Dienerschaar der Schaar die nicht verdrossen errettet reisset auß Gefahr.

Die hat dich heint ümgeben dir jüngstverwichne Nacht verwachet Leib und Leben gesund ans Liecht gebracht

daß dich kein Fall gestürtzet daß dir kein Vngemach die Nahrung abgekürtzet in deinem Dach und Fach.

Drüm must du nicht verjagen die Geister himmelher gesand Sie können nicht ertragen verruchter Sünden-Laster Schand.

Der Stanck die Tauben sterbet der Rauch das Bienen Hauß der Sündenwust verderbet der Engel zeuhet auß

wo man nicht Gott für Augen und auch im Hertzen hat ohn Gott kein Werck kan taugen es hilfft noch Rath noch That.

Es gieng in einer Stunde wer es ohn Gottes guter Hut die gantze Welt zu Grunde durch Räuber Wasser Schwefelglut

das kränkt den alten Drachen der ist dir Spinnefeind sperrt auf den Höllen Rachen dich zu verschlingen meint

dem Engel ist befohlen zu tragen auß und ein dich daß nicht deine Solen zerstöst ein rauher Stein.

Lob Ihn mit so viel Zungen als Sand an allen Vfern ligt so viel als Engel sungen Da man der Engel Lust gewiegt

mit so viel tausend Weisen als Stern am Himmel stehn die preisen Ihn vnd reisen in guter Ordnung gehn

dich ist deß Dancks zu wenig vor seine Wacht entricht der grosse Himmelkönig entschläfft und schlummert nicht.

So bringe nun den Herren Gewalt Krafft Ehre Stärck und Macht der Thür und Thor will sperren verriegeln dich zu Tag und Nacht

daß dir die Sonn am Tage mit Hitze nicht kan bey daß dich der Mond nicht plage deß Nachts mit Raserey

der Herr wilt du weggehen wird mit dir gehen auß und wider heim stets stehen bey dir in deinem Hauß.

Die Morgenröhte kühlet Auf auf mein Seitenspiel auf auf! Auf meine Hände spielet und laß der Harfen Lust den Lauff!

Ich will weil ich hier walle auf diesem Erdenrund deß Herren Ruhm mit Schalle den Völckern machen kund

Gott der mir Leib und Leben behütet je und je wird mir den Himmel geben diß Eine bitt ich früh.

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