Als Euridice durchspatzierte die Auen Wo da treuffelet das früperlene Tauen Wo das Wässerlein durch den Kieselsand dringt Wo das Vogellied mit dem Wiederhall singt
und frölich erklingt. Wo der ruchbare Dornstrauch Röselein hekket lagen gifftige Schlangen heimlich verstekket: daß Euridice von der einen verletzt
als sie Sorgefrey sich mit Blumen ergetzt und niedergesetzt. Durch den Schlangenbiß ward sie blötzlich entzükket von den Lebenden zu den Todten gerükket:
Da dann Orfeus solche Lieder erdacht die sie wiederüm auß dem Höllischen Schacht zum Leben gebracht. Solches achte man nicht für Fabelgedichte
Es erhellet hier in verblümter Geschichte. Wird nicht unsere schöne Sprache verödt und von jetziger Zeiten gifftiger Red auch heimlich getödt?
Sie vernimmet nun auf den finsteren Wegen ihren Liebesfreund der ihr eilet entgegen. Sehet Orfeus macht das Tunkle zu nicht führt sie wiederüm an das liebliche Liecht
durch dieses Gedicht. Er hat Himmel und Erden künstlich besungen vieler neidischen Geister Zungen bezwungen Er hat unserer Sprache prächtige Macht
nun gerettet und auß der tunkelen Nacht hier wieder gebracht. Nunmehr finden sich zam und schüchtere Thiere Wälder-Felder-Gesteud- und Thäler-Geziere
Fische schnaltzen hier Vögel schweben hierob und bezeugen die nie vergleichliche Prob mit stetigem Lob!
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