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1786–1862

Waldleben .

Justinus Kerner

Sey willkommen, Wandersmann, In des Waldes Einsamkeit! Was ein armes Leben freut, Hier man einzig finden kann.

An der Quelle ruht das Reh, Drossel übet freien Sang; Waldesnacht mach' dir nicht bang, Grün thut keinem Auge weh.

Bach und Thau giebt kühlen Schein, Blume blühet ungepflückt, Tief in Klüften, nie erblickt, Schlummert Gold und Edelstein.

Eile nicht zu Stadt und Thal! Eine Mühle treibt der Quell: Drossel, so gesungen hell, Sizt im Bauer stumm und kahl.

Aus der Erde stillem Schooß Reißen sie den Edelstein; Wie ein Auge giebt er Schein, Das von Thränen überfloß.

Armer, armer Wandersmann! Weil' o weil' in Waldesnacht! Draußen Mond und Sonne wacht, Sieht dich jeder fragend an.

Aber hier in Waldesschooß Gehst du einsam mit dem Quell, Siehet dich kein Auge hell, Als der Thau auf Blum' und Moos.

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