Die Faust des Mannes zieret
Ein blank geschliffen Schwerdt,
Das er in Treue führet,
Wo er das Recht begehrt.
Sank er auf blut'ger Haide,
Den Ring, den Edelstein,
Dies seiner Hand Geschmeide
Grab' man mit ihm hinein.
Des Eisens Wucht zu heben
Sind Frauen nicht gewandt,
Sie leben stilles Leben
Die Spindel in der Hand.
Die zarte Hand der Schönen
Ziert
Sie tanzt mit süßem Tönen,
Und singt der Frauen Fleiß.
In alter Wälder Dunkel,
Auf moosigem Gestein
Sizt an krystallner Kunkel
Nachtfrau im Mondenschein.
Mondhelle Fäden bringet
Ihr Finger zart hervor;
Seltsam die Spindel singet;
Es lauscht des Wandrers Ohr.
In Schloß und Burgeshallen
Die Spindel emsig sang;
Den deutschen Frauen allen
War sie ein lieber Klang.
Gar spärlich Sammt und Seide
Umfieng der Frauen Leib.
Im selbstgesponn'nen Kleide
Gieng da manch süßes Weib.
Kaum daß in armer Kammer,
In Nächten lang und bang,
Bey Thränen und bey Jammer
Noch tönt der Spindel Sang.
Sing' nur! Du singst den Sorgen
Der Armuth endlich Tod.
Steig auf, du lichter Morgen!
Bring' das ersung'ne Brod.