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1786–1862

Frühlingsmorgen .

Justinus Kerner

Wann die Lämmer wieder springen, Lerchen jubeln, Rosen glühn, Muß das kränkste Herze singen Und im Welken noch erblühn.

Wer in bangen Lebensschmerzen Einsam jezt die Straße geht, Singet selbst aus düstrem Herzen Wie ein Lied aus Wolken weht.

Wer verbannt, das Aug' in Thränen, Jezt im fremden Lande zieht, Durch bethaute Blumen tönen, Läßt der seiner Heimath Lied.

Flüsse, Saaten, tönend wallen; — Aus dem fernsten Himmel blau Weht ein Singen, lieblich Schallen, Ueber Wald und helle Au.

Alter Gram! jezt zeuch von hinnen, Fülle nicht dieß Herze bang, Ströme ein von Himmelszinnen Morgenroth und Lustgesang!

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