Ausgetrocknet zu Gerippen Sitzen in des Wahnsinns Haus Vier — von ihren bleichen Lippen Gehet keine Rede aus,
Sitzen einander gegenüber Blickend immer holer, trüber. Doch schlägt Mitternacht die Stunde Sträubet sich ihr Haar empor
Und dann tönt aus ihrem Munde Jedesmal in dumpfem Chor: Dies irae dies illa Solvet secla in favilla.
Waren einst vier schlimme Brüder, Hatten nur gezecht, gelärmt, Beym Gesang verbuhlter Lieder Durch die heil'ge Nacht geschwärmt
Keines freundlichen Berathers Warnung half, kein Wort des Vaters. Noch im Sterben sprach der alte Zu den schlimmen Söhnen vier:
Warnt euch nicht der Tod, der kalte, Alles führet er von hier: Dies irae dies illa Solvet secla in favilla.
Und er sprach's und war verschieden, Jene aber rührt es nicht; Doch er gieng zum ew'gen Frieden, Jene, wie zum Hochgericht,
Treibt es in der Welt Getümmel, Nach der Hölle, fern dem Himmel. Und gebuhlet und geschwärmet Ward es wieder lange Jahr,
Andrer Noth sie nie gehärmet, Keinem greiser ward das Haar. Lust'ge Brüder! habt nicht Zweifel: Eine Mähr' ist Gott und Teufel.
Einst als Mitternacht gekommen Kehrten taumelnd sie vom Schmaus, Horch! da tönt Gesang der Frommen Aus dem nahen Gotteshaus.
Lasset euer Bell'n, ihr Hunde! Schreyen sie aus Satans Munde. Stürzen, die verruchten Wichte, Brüllend durch das heilge Thor,
Aber wie zum Weltgerichte Tönet hier der ernste Chor: Dies irae dies illa Solvet secla in favilla.
Und ihr Mund — weit steht er offen, Doch kein Wörtlein aus ihm geht, Gottes Zorn hat sie getroffen, Jeder wie ein Steinbild steht,
Grau die Haare, bleich die Wangen. Wahnsinn hat ihr Haupt befangen. Ausgetrocknet zu Gerippen Sitzen in des Wahnsinns Haus
Nun die vier, — von ihren Lippen Gehet keine Rede aus, Sitzen einander gegenüber Blickend immer holer, trüber.
Doch schlägt Mitternacht die Stunde, Sträubet sich ihr Haar empor, Und dann tönt aus ihrem Munde Jedesmal in dumpfem Chor:
Dies irae dies illa Solvet secla in favilla.
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