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1786–1862

Der Gärtner auf der Höhe .

Justinus Kerner

Verlaß die kalten Höhen Du armer Gärtnersmann! Dein Garten steht voll Moose, Nicht Hyacinth', nicht Rose

Man in ihm finden kann. Im warmen Thale unten Sah ich der Gärten viel, Die Blumen steh'n in Fülle

Und ihre bunte Hülle Gewährt ein lustig Spiel. Im Garten auf der Höhe Ist schon die Blüthe aus.

Möcht ihrer nimmer warten, Alter! verlaß den Garten, Dein armbestelltes Haus! Der Gärtner gab nicht Rede

Dem Wand'rer aus dem Thal, Blieb still wie träumend stehen Bis daß voll Gluth die Höhen Im letzten Abendstrahl,

Bis Nacht in enger Tiefe, Die Erde rings verschwand, Goldwolken sich erhoben, Seltsame Bilder woben,

Ein seelig' Zauberland. Dort, Fremder! steht mein Garten Sprach drauf der Gärtnersmann, Wo sind die kalten Moose?

Sieh Hyacinth und Rose Auf himmelblauem Plan! Und sieh von Gold erbauet Ein herrlich Könighaus,

Die Sterne drüber stehen Gluthroth die Wimpel wehen, Drinn geh' ich ein und aus.

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