Verlaß die kalten Höhen
Du armer Gärtnersmann!
Dein Garten steht voll Moose,
Nicht Hyacinth', nicht Rose
Man in ihm finden kann.
Im warmen Thale unten
Sah ich der Gärten viel,
Die Blumen steh'n in Fülle
Und ihre bunte Hülle
Gewährt ein lustig Spiel.
Im Garten auf der Höhe
Ist schon die Blüthe aus.
Möcht ihrer nimmer warten,
Alter! verlaß den Garten,
Dein armbestelltes Haus!
Der Gärtner gab nicht Rede
Dem Wand'rer aus dem Thal,
Blieb still wie träumend stehen
Bis daß voll Gluth die Höhen
Im letzten Abendstrahl,
Bis Nacht in enger Tiefe,
Die Erde rings verschwand,
Goldwolken sich erhoben,
Seltsame Bilder woben,
Ein seelig' Zauberland.
Dort, Fremder! steht mein Garten
Sprach drauf der Gärtnersmann,
Wo sind die kalten Moose?
Sieh Hyacinth und Rose
Auf himmelblauem Plan!
Und sieh von Gold erbauet
Ein herrlich Könighaus,
Die Sterne drüber stehen
Gluthroth die Wimpel wehen,
Drinn geh' ich ein und aus.