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1786–1862

Das treue Roß .

Justinus Kerner

Graf Turneck kam nach hartem Strauß Bei Nacht wohl vor ein Gotteshaus. Das Haus, das lag im Walde tief, In seiner Gruft ein König schlief.

Hier auszuruhn gedenkt der Graf, Er weiß nicht, daß ein Pfeil ihn traf. Der Graf steigt ab vom weißen Roß; „gras', bis ich wieder komm', im Moos!“

Auf fährt das Thor mit dumpfem Schall, Dann schweigt es in der weiten Hall'. Der Graf tappt hin an kalter Wand Bald einen alten Sarg er fand.

„der müde Leib soll rasten hier; Versteinert Holz! brichst nicht mit mir.“ Der Graf sich legt, so lang er war, Wol auf dieselbe Todtenbahr.

Die Sonn' kam über Berge roth, Der Graf kam nicht, der Graf war todt. Seitdem verstrich manch hundert Jahr, Sein harrt das Roß noch immerdar.

Vor'm Gotteshaus steht noch ein Stein, Dran grast das Roß im Mondenschein.

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