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1786–1862

Auf das Wildbad .

Justinus Kerner

Quält Schmerz und Krankheit deine Glieder, Macht welk dein Herz der Menschen Qual; Verlaß' die Welt und steig hernieder In dieses unterird'sche Thal.

Hier legt Natur mit linden Armen Dich an die Brust und löst den Schmerz. Wollt' dich kein Menschenherz erwarmen, Erwärmt dich hier ihr Mutterherz.

Der Wasser gute Geister singen Hier aus krystallnen Tiefen laut: „bald werden dem wir Heilung bringen, „der liebend unsrer Kraft vertraut.“

Ja! Kranker! wie ein Kind an's Herze Der Mutter sich vertrauend legt, Lieg' in den Born mit deinem Schmerze, Von Lieb' und Hoffnung still bewegt.

Wie Lenzeshauch wird's dich durchbeben; Frag' nicht, wie diese Kraft man heißt; Du kehrst, ein neuer Mensch, in's Leben Und sprichst: das that des Wildbads Geist!

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