Bin ich wie ein Kind, das seine Mutter
Erst verloren, weinend in der Nacht steht:
Sieh! so bin ich seit ich fern gezogen.
Stund im Traum' ich heut' auf unsrem Berge,
Blick' ich in das tiefe Thal hernieder.
Such' dein Haus ich, aber find' es nimmer.
Seh' ich eine einsame Kapelle
Auf der Stelle, wo's gestanden, stehen,
Tret' ich in die heilige Kapelle.
Hallet lange jeder meiner Tritte
Im verlassenen Gewölbe wieder;
Blicken ernst und fragend mich die heil'gen
Bilder an von den geweihten Wänden.
Tret' ich vor den Hochaltar, zu beten.
Knieest du in einem weißen Kleide
Bleich auf schwarzem Teppich vor'm Altare,
Lilien und Tulpen um dich her.
Steht der Rosenstock zu deinen Füßen,
Blüthenreich vom Lorbeer schön umwunden,
Kehr' ich nie aus der Kapelle wieder.