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1824

10.

Justinus Kerner

Ha! schaut den bleifarb'gen Mann, Der hat auf seiner Lebensbahn Einst nichts gefühlt und nichts gedacht, Als wie man falsche Münze macht.

In dem Gewölbe, wo er sann, Kommt er als Nachtgespenst oft an, Dann mischt sich des Gewölbes Luft Mit Bleidampf und mit Leichenduft.

Stumm einen Mörser trägt er her Und stoßt, als wenn was in ihm wär'; Der Mörser aber, der ist leer, Denn jeder Stoß gibt einen Schall,

Hell wie die Sünderglöcklein all: Bei jedem Stoße blickt er stumm Und scheu in dem Gewölb' herum, Dann schleppt er einen Sack herbei

Und zählt, dumpf tönt's wie Zinn und Blei. So tönt es bis zum Hahnenschrei, Und plötzlich dann in Schwefelluft Zerfließet der bleifarbne Schuft,

Und bis zu seiner Wiederkehr Ist's im Gewölbe stumm und leer.

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