Skip to content
1868

[Nicht bei der Leidenschaft trübem Feuer]

Friederike Kempner

Nicht bei der Leidenschaft trübem Feuer, Nur bei der Weisheit hell strahlendem Licht, Schaue die Dinge, die Gott erschaffen, Das Wie und das Wann, – das ergründest Du nicht.

Schaue die Wunder, – die großen und kleinen – Leuchtende Sterne in düsterer Nacht! Doch verschmäh' ob des Glanzes von tausend Sonnen Keinerlei Röslein's bescheidene Pracht.

O Mensch, Du trittst mit Füßen tausend Wunder, Und tausend Wunder, sie umgeben Dich. Und tausend Wunder in den Lüften fliegen, O Mensch, und Du beklagest Dich?

Knie nieder in dem weiten Welten-Raume, Ist's Tag, so knie im gold'nen Sonnenschein, Ist's Nacht, hoch über Dir die Sterne leuchten, Und Dein Gebet sei Dank allein!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
[Nicht bei der Leidenschaft trübem Feuer] · Friederike Kempner · Poetry Cove