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1868

Herzog Georg Bernhard

Friederike Kempner

Blauer Himmel, Bergesluft, Dunkler Hain und Blumenduft, Zitternd glänzt auf grüner Au Schon der frische Abendtau.

Kunstgebilde, Saitenklang, Bei der Sonne Untergang, Ganz allein am Waldessaum Steht der Herzog wie im Traum.

Ja, des Herzogs Seele träumt, Seine Lippen sind gereimt, Und der Abendsonne Schein Faßt sein schlichtes Bildnis ein.

Träumet er vom Wüstensand, Von des Meeres grünem Strand, Von der Welten Harmonie Und der Wahrheit Poesie?

Träumet er von einem Licht, Einstens strahlend – sichtbar nicht – Jenes Wunderbild, es lebt, Ueber ihm im Himmel schwebt.

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