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1868

Fest-Romanze

Friederike Kempner

Reich bekränzet glänzt die Stadt, Bunte Fahnen, Flaggen wehen, Ehrenpforten blühend stehen, Und des Fürsten Stirn ist glatt.

Gases Flammen, wie im Traum, Böllerschüsse und Raketen Macht die Gegend rings erröten, Und das Jauchzen endet kaum.

Ueber'm Knotenstock gebückt, Steht ein Greis mit langen Haaren, Düster seine Züge waren: „Tor und Toren sind geschmückt.“ –

Spricht er lächelnd – „doch fürwahr, Ehrenhafter würd' es klingen, Würde dir ein Vivat bringen Unsrer Bettler große Schar!“

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