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1868

[Es flammet das herrlichste Sonnengold]

Friederike Kempner

Es flammet das herrlichste Sonnengold Im Westen – die Sonne geht unter – Der grünende Teppich ist aufgerollt, Er strotzet voll Blumen, voll bunter.

Ein Mensch in Gedanken im Schatten steht Und fühlet im Herzen ein froh Gebet. Er kehrte zurück aus dem Menschen-Gewühl Der Städte – das Herz entzweit und zerrissen,

Verletzt und verwundet sein innigst Gefühl, Gerettet allein sein Gewissen. – Und kaum, daß er einsam drei Tage weilt – Sein Herz, sein Gefühl sind plötzlich geheilt.

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