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1868

Die stille Träne

Friederike Kempner

Die Träne, ach, die stille, Nur sie, sie brennet heiß, In ihr wohnet der Wille: „Daß niemand davon weiß –“

Daß niemand ahne, es sähe, Wie sie dem Auge entquillt, Ein Auge in höchster Höhe Sie dennoch siehet und – stillt.

Nicht immer ganz – nicht immer – Oft bleibt zurück ein Schimmer, Ein glänzend feuchter Glanz – Wie Perlen oder Glimmer –

Und trocknet sie erst ganz, Winkt jäh ein Lorbeerkranz!

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