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1868

An den Kaiser Friedrich 3.,damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm

Friederike Kempner

Eilst von Sieg zu Siege Pfeilschnell wie Achill, Held in jedem Kriege, Sprichst Du nur: ich will!

Fliehen Feindesheere Und ergeben sich, Werfen weg die Speere, Unterwerfen sich!

Doch in Deinem Ruhme, Dicht im Lorbeer, wächst Noch 'ne große Blume, „Menschlichkeit“ zunächst. –

Drum gewähre heute Was der Dichter fleht: „Wenn des Todes Beute, Feld voll Leichen steht. –

Die Gefallenen lasse: Ob auch scheinbar tot – Oft der Toten Masse Manch' Lebend'gem bot! –

Die Gefallnen lasse Nicht vergraben bald, Heldenmienen, blasse, Sterben nicht sobald: –

Daß nicht in der Tiefe Solch ein Held erwacht, Und nach Hilfe riefe In dem finstern Schacht!“

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