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1878

Venus von Milo

Gottfried Keller

Wie einst die Medizäerin Bist, Ärmste, du jetzt in der Mode Und stehst in Gips, Porz'lan und Zinn Auf Schreibtisch, Ofen und Kommode.

Die Suppe dampft, Geplauder tönt, Gezänk und schnödes Kindsgeschrei; An das Gerümpel längst gewöhnt, Schaust du an allem still vorbei.

Wie durch den Glanz des Tempeltors Sieht man dich in die Ferne lauschen, Und in der Muschel deines Ohrs Hörst du azurne Wogen rauschen!

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