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1854

Sonntagsjäger

Gottfried Keller

Es lässet sich mit aller Kraft Ein Horn im Walde hören; Ich krieg ein altes Rohr beim Schaft Und schlendre in die Föhren.

Der Wald, der macht mir vielen Spaß, Er flunkert in der Sonnen; Der Reif hat wie mit Jungfernglas Die Nadeln übersponnen.

Da hüpft ein junger Has daher Und spielt vor mir im Grase; Ich brenne so von ungefähr Mein Schrot ihm auf die Nase.

Es ist, als schrie er: „Gott vergelt's!“ Mit kläglicher Gebärde; Sein rotes Blütlein färbt den Pelz Und macht sich in die Erde.

Was stierst du so, du Heidekind, Im Sterben immer dümmer? Du siehst mich, wie die andern sind, Nicht besser und nicht schlimmer!

Und als das Häslein ausgeschnappt, Hab ich es heimgetragen – Doch freilich schon genug gehabt Von Weidmanns Heil und Jagen!

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