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1854

Schlechte Jahreszeit

Gottfried Keller

Wo ist der schöne Blumenflor, Den wir so treu gehegt? Vom Hoffen und vom Grünen sind Herz, Garten kahlgefegt!

Und wie in einer Nacht ergraut Ein unglückselig Haupt, Hat sich heut nacht das Vaterland Geschüttelt und entlaubt!

Der Rhein entführt ins Niederland Die welke Sommerlust, Läßt öd und fahl die Felder uns, Den Frost in unsrer Brust.

Die Silberfirnen hüllen sich In dunkle Wolken ein; Doch bald wird jeder Kehricht nun Ein blanker Schneeberg sein!

Und alles wird so klein, so nah, So dumpf und eingezwängt; Wie drückend ob dem Scheitel uns Der graue Himmel hängt!

Auf jedem Kreuzweg sitzt ein Feind – Es ist ein harter Stand: Mit Schurken atmen gleiche Luft Im engen Vaterland!

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