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1854

Rote Lehre

Gottfried Keller

„Ich bin rot und hab's erwogen Und behaupt es unverweilt! Könnt ich, würd ich jeden köpfen, Der nicht meine Meinung teilt!“

In des Baders enger Stube Vetter Hansen also sprach, Eben als 'nem feisten Bäcker Jener in die Ader stach.

Und des Blutes muntrer Bogen Aus dem dicken drallen Arm Fiel dem Vetter auf die Nase, Sie begrüßend freundlich warm.

Bleich, entsetzt fuhr er zusammen, Wusch darauf sich siebenmal; Doch noch lang rümpft' er die Nase, Fühlt' noch lang den warmen Strahl.

Mittags widert ihm die Suppe, Rötlich dampft sie, wie noch nie; Immer geht es so der alten Grauen Eselstheorie!

Manches Brünnlein mag noch springen In das Gras mit rotem Schein; Doch der Freiheit echter, rechter Letzter Sieg wird trocken sein.

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