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1880

In den Äpfeln

Gottfried Keller

Ich kam zu einem Apfelbaum, In dessen grünen Ästen Ein krummer Zwerg den frischen Schaum Der Äpfel sog, der besten.

Um einen Apfel bat ich ihn, Da fing er an zu rütteln Und toll und wild und her und hin So Frucht wie Laub zu schütteln.

Ich aß, wie ein begier'ger Mann, Und ließ es mich gelüsten, Nicht achtend, wie der Zwerg begann Die Krone zu verwüsten.

Da sang ein Vogel: „Iß, du Held! Du hast den Witz gefunden: Das Laub, das mit daneben fällt, Bedeutet deine Stunden!“

Da jagt ich Kobold Unverstand Herunter aus den Zweigen Und unternahm, mit Fuß und Hand Bedacht hinanzusteigen.

Nun saß ich selber auf dem Baum, Nach Äpfeln auszuspähen, Und ich genoß den süßen Schaum, Die Blätter ließ ich stehen.

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