Skip to content
1854

Gewitterabend

Gottfried Keller

Es dämmert und dämmert den See herab, Die Wasser sind gar so dunkel; Doch wenn ob den Bergen der Blitzstrahl zuckt, Was ist das für ein Gefunkel!

Dann tun dem Schiffer die Augen weh, Er sputet sich ängstlich zu Lande, Wo gaffend der Feierabend steht Am grell erleuchteten Strande.

Die Leute freuen und fürchten sich Und wünschen ein gutes Ende Und daß der Herr kein Hagelgericht In ihren Krautgarten sende.

Jetzt zischt der Strahl in die laue Flut, Rings spannen sich feurige Ketten; Der blöde Haufen ergreift die Flucht, Sie verkriechen sich in die Betten.

Wenn Gott einen guten Gedanken hat, Dann raunt man: Es wetterleuchtet! Paß auf, Gesindel, daß nicht einmal Er in die Wirtschaft dir leuchtet!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Gewitterabend · Gottfried Keller · Poetry Cove