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1845

Erster Schnee

Gottfried Keller

Wie nun alles stirbt und endet Und das letzte Rosenblatt Müd sich an die Erde wendet, In die warme Ruhestatt:

So auch unser Tun und Lassen, Was uns heiß und wild erregt, Unser Lieben, unser Hassen Sei ins welke Laub gelegt!

Reiner, weißer Schnee, o schneie, Schneie beide Gräber zu, Daß die Seele uns gedeihe Still und kühl in Winterruh!

Bald kommt jene Frühlingswende, Die allein die Liebe weckt, Wo der Haß umsonst die Hände Träumend aus dem Grabe streckt!

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