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1854

9. Das Köhlerweib ist trunken

Gottfried Keller

Das Köhlerweib ist trunken Und singt im Wald; Hört, wie die Stimme gellend Im Grünen hallt!

Sie war die schönste Blume, Berühmt im Land; Es warben Reich' und Arme Um ihre Hand.

Sie trat in Gürtelketten So stolz einher; Den Bräutigam zu wählen Fiel ihr zu schwer.

Da hat sie überlistet Der rote Wein – Wie müssen alle Dinge Vergänglich sein!

Das Köhlerweib ist trunken Und singt im Wald; Wie durch die Dämmrung gellend Ihr Lied erschallt!

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