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1854

8. Wandl' ich in dem Morgentau

Gottfried Keller

Wandl' ich in dem Morgentau Durch die dufterfüllte Au, Muß ich schämen mich so sehr Vor den Blümlein rings umher!

Täublein auf dem Kirchendach, Fischlein in dem Mühlenbach Und das Schlänglein still im Kraut, Alles fühlt und nennt sich Braut.

Apfelblüt im lichten Schein Dünkt sich stolz ein Mütterlein; Freudig stirbt so früh im Jahr Schon das Papilionenpaar.

Gott, was hab ich denn getan, Daß ich ohne Lenzgespan, Ohne einen süßen Kuß Ungeliebet sterben muß?

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