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1845

8

Gottfried Keller

O Leib meiner Dame, du köstlicher Schrein, Wo Gott seine köstlichste Perl' legt' hinein! Nun ruhst du und schläfst du, doch in dir erstrahlt Die träumende Perle im sonnigsten Schein!

Den zartesten Liliengeist bergender Kelch, Des reinsten Gedankens still blühendes Sein: O wär ich, du Kleinod, dein Schatzmeister nur, Dürft ich mich, du Blume, zum Gärtner dir weihn!

Mit Liebe umschließen dich innig und fest, Wie treu schützend Gold einen funkelnden Stein! Dann trüg ich die Erde, den Himmel, die Welt Beisammen als Herzschmuck, geläutert und rein;

Dann tränk ich die klareste Seele aus dir, Du zierlicher Becher, wie perlenden Wein! Schlaf sanft und schlaf selig, du köstlicher Leib, Indessen ist träumend die Seele ja mein!

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