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1844

5. Apostatenmarsch

Gottfried Keller

Bum! Bum! Bim, bam, bum! Schnürt den Sack und macht linksum! Abgeweidet ist die Matte, Spute dich, du Wanderratte!

Hungern ist kein Gaudium. Dreht die Fahne, dämpft die Trommel: Bum! Bum! Bim, bam, bum! Sind wir nicht ein schöner Zug,

Galgenfroher Rabenflug? Hinter uns die guten Tröpfe Stehn und brechen sich die Köpfe Ob dem lustigen Betrug.

Dreht die Fahne, dämpft die Trommel: Bum! Bum! Bim, bam, bum! Hohn und schriller Pfeifenklang Folgen uns den Weg entlang;

Weiter, weiter in dem Kote! Weiße, süße Gnadenbrote Lohnen uns den sauren Gang. Dreht die Fahne, dämpft die Trommel:

Bum! Bum! Bim, bam, bum! Aus dem Busen reißt das Herz, Werft es fluchend hinterwärts! Fauler Schlamm, o kühle, spüle

Weg die heißen Hochgefühle! Ei, es war nur Bubenscherz! Dreht die Fahne, dämpft die Trommel: Bum! Bum! Bim, bam, bum!

Nieder mit dem Jungfernkranz! Ausgelöscht der Ehre Glanz! Abgeleugnet jede Wahrheit! Angespien der Sonne Klarheit!

In den Staub mit dem Popanz! Dreht die Fahne, dämpft die Trommel: Bum! Bum! Bim, bam, bum! Tod am Strick – ein dummer Tod –

Schäme dich, Ischariot! Du magst baumeln! Unsereiner Schwimmt mit Würde stets als reiner Goldfisch oben auf dem Kot.

Dreht die Fahne, dämpft die Trommel: Bum! Bum! Bim, bam, bum!

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