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1846

4Winterabend

Gottfried Keller

Schneebleich lag eine Leiche, und es trank Daneben ein Geselle unverdrossen, Bis endlich ihm der Himmel aufgeschlossen Und er berauscht zu ihr aufs Lager sank.

Von rotem Wein den Becher voll und blank Bot er dem Toten; bald war übergossen Das Grabgesicht und purpurn überflossen Das Leichenhemd; so trieb er tollen Schwank.

Die trunkne rote Sonne übergießt Im Sinken dieses schneeverhüllte Land, Daß Rosenschein von allen Hügeln fließt. Von Purpur trieft der Erde Grabgewand:

Doch die verblaßte Leichenlippe schließt Sich kalt und starr des Sonnenbechers Rand.

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