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1845

25

Gottfried Keller

Wie ich fahr in stiller Nacht Auf den Silberwellen, Fängt mein Weh mit aller Macht Wieder an zu schwellen.

Sieben Jahre sind dahin, Sind dahingeschwunden – Und noch immer glühn und blühn Meine alten Wunden!

Fast klingt es wie bittrer Hohn, Ich sei jung an Jahren: Da so lang die Liebste schon Mir dahingefahren!

Wohl ergeh es, Engel, dir! Werde licht und lichter! Ach! dein Knabe wurde hier Unterdes ein Dichter –

Muß nun reimen früh und spat Um sein täglich Leben! – Willst du einen guten Rat Dann und wann ihm geben?

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25 · Gottfried Keller · Poetry Cove