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1854

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Gottfried Keller

Sie kamen von der Tränke, Sie wankten aus der Schenke Mit einer Zecherschar, Als es Karfreitag morgen

Und grabesstille war. Von heißen Stirnen nicken Und stäuben die Perücken, Wie Wolke birgt den Blitz;

Die spitze Kling am Degen Zuckt wie geschliffner Witz. Sie taumelten und sangen, Vom Mund wie Stöpsel sprangen

Die Verse, Schlag auf Schlag; Da schrie Panard: „O fühlet Den furchtbar großen Tag! Das Universum trauert,

Die dunkle Sonne schauert, Die Erde wankt und bebt, Daß unter unsern Füßen Der hohle Boden schwebt!

Unsicher ist's, zu stehen, Und ratsam nicht, zu gehen! Kehrt um zu unsrem Wirt!“ – Und alsbald kroch die Herde

Zurück zu ihrem Hirt. Dort blieben sie verborgen Bis an den dritten Morgen Tief und geheimnisvoll,

Bis in der goldnen Frühe Die Osterglocke scholl. Als die verjüngte Sonne In Auferstehungswonne

Durchschritt des Frühlings Tor, Da stiegen aus der Höhle Weinselig sie hervor.

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