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1854

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Gottfried Keller

Wer ohne Leid, der ist auch ohne Liebe, Wer ohne Reu, der ist auch ohne Treu, Und dem nur wird die Sonne wolkenfrei, Der aus dem Dunkel ringt mit heißem Triebe.

Bei euch ist nichts als lärmendes Geschiebe, In wildem Tummel trollt ihr euch herbei, Meßt aus und schließt den Zirkel sonder Scheu, Als ob zu hoffen kein Kolumb mehr bliebe!

Euch ist der eigne Leichnam noch nicht klar, Ihr kennet nicht den Wurm zu euren Füßen, Des Halmes Leben nicht auf eurem Grab; Und dennoch kränzt ihr schon mit Stroh das Haar,

Als Eintagsgötter stolz euch zu begrüßen – Der Zweifel fehlt, der alte Wanderstab.

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