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1756

Wegen Milon

Anna Louisa Karsch

Beim Geräusch des Schauspieltanzes Wurden neulich durch die Hand Unsres Tänzebilders Lanzes Hundert Kerzen angebrannt.

Alle Götter blickten nieder; Denn es war olympisch Licht, Morgen (sagt ich) seh ichs wieder; Aber Milon, der so lieblich spricht,

Milon sprach: „Verbrenne du nur nicht Wenn die Flamme jener Kerzen Diesen Vorhang hier ergreift, Und urplötzlich weiter läuft.“

Würd es wohl dem Manne schmerzen, Der noch nie daran gedacht, Daß die Glut in meinem Herzen, Die sein Lächeln angefacht,

Die er ungekühlt läßt brennen, Mich zum Aschenhäufchen macht?

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