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1722–1791

N.A.

Anna Louisa Karsch

Was seh' ich? Friedrichs stark erkämpfte Siege, Gezeichnet bei Planetenlauf, Und ihn, den Helden, der die Lorbern seiner Kriege Dem Phöbus opfert auf?

Nun wuchert Er mit Stunden, mit Minuten, Wenn seine Weisheit für uns wacht, Nun wird nicht mehr sein Herz um seine Länder bluten, Befreit von Feindes Macht.

Er zürnet auf den Stoff zu Iliaden, Und seine Menschenfreundschaft heißt Tyrann den Kriegesgott, der einer Welt zum Schaden Sich wundersam beweis’t.

Glückseligkeit wird seinen Thron erhöhen, Er blickt herunter, und verschließt Verborgner Feinde Mund, die ganz verstummt gestehen, Daß Friedrich furchtbar ist.

Vergeblich seinem Leben nachge-trachtet Ward von der Schlacht, die um sich fraß, Wenn Er, ganz Feldherr und ganz Held, nur uns geachtet Und fechtend sich vergaß.

Er wird uns neu gegeben von den Göttern Und Lobgesang ist unsre Pflicht, In Roms und Griechenlands triumphischen Errettern Find’ ich Sein Urbild nicht.

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