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An eine Freundin

Anna Louisa Karsch

Dies Tantalussische Verlangen, Der heiße Fieberdurst in mir Ist nun, dem Himmel Dank! vergangen. Nun, meine Freundin! kann ichs Dir

Wohl sagen froh und unverholen, Nun glüht mir Tag und Nacht der Mund Nicht mehr wie angeflammte Kohlen, Seitdem mir Milon hat befohlen:

„Bleib ruhig, bleib gesund – Sonst kränkst du mich“ – Er sprachs, und läßt mich denken: Ihn, meinen Wunsch, mein Augenmerk,

Ihn, meinen Abgott! nicht zu kränken, That die Natur ein Wunderwerk –

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