Die letzte fahrt.
1
‘Es taget in Oesterriche,
Die sunn schint ueber al:
So waist min wunderschoen lieb,
Wa es mich fueren sal.’
2
‘War sol ich dich fueren,
Gut ritter hoch gemayt?
Ich lig an liebes arme,
Und bins beschlossen in.’
3
‘Und ligst an liebes arme,
Und bist beschlossen in,
Es moecht dich wol geruewen,
Des jar ein ende hat.’
4
Daz iar daz hat ein ende,
Die junkfrow tet einen gang
Fuer ires vater buerge,
Da si den wachter fand.
5
‘Wachter, trut geselle,
Trit her, ein wort zu mir,
Ich hon min lieb verloren,
Das leid daz klag ich dir.’
6
‘Hast du din lieb verloren,
Und klagest mir din not,
Ich sach in naechte spate,
Zerhowen uf den tot.’
7
‘Wachter, du must liegen
Dar zu seist du nit war,
Ich sach in naechte spate
Vor minem betlin ston.’
8
‘Sächt in nächte spate
Vor dinem betlin ston,
So muess ez got erbarmen,
Daz ichs erlogen mus hon.’
9
Er nam si bi der hende,
Bi ir snewisen hand,
Er fürt si uf die strasse
Do si in zerhowen vand.
10
Mit ir snewisen hende
Macht si im ein tiefes grab;
Mit iren heissen trähnen
Si im den segen gab.