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1777

Der Ring

Johann Georg Jacobi

Liebchen wallt in fernem Lande: Meine Küsse geb' ich dir, Goldnes Ringlein! dich zum Pfande Ließ sie, unter Küssen, mir.

Ach! da kam sie, leiser, trauter; Hatt' ein Auge, rein und hold; Und ein Herz! ein Herz, so lauter, Schönes Ringlein! wie dein Gold.

Liebchen gab dich mir, und sagte: Nimm es, bleib' ihm ewig gut! Und ich schwör' es dir: Ich wagte, Dir zu Gunsten, all mein Blut.

Goldnes Ringlein! süßes, liebes! Machst, daß mir die Sonne scheint; Kommt ein Wölkchen oft, ein trübes, Hat's in kurzem ausgeweint.

Du beginnst die schöne Kette, Die man von der Treu empfängt, Die so fest am Sterbebette Mit dem letzten Ringlein hängt,

Wo du noch, den matten Blicken Schimmernd, Wonn' und Hoffnung bist, Weil in Welten voll Entzücken Liebchen mich hinüber küßt.

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